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Sie sind alle Kurden mit ezidischer Religionszugehörigkeit. Heute leben ca. 90% der Kiuachis in der Bundesrepublik Deutschland.Einige Familien sind bereits seit dem Ende der siebziger Jahren in die Bundesrepublik eingewandert. Als sich die politische Situation in der Türkei und NW-Kurdistan verschärfte und in den achtziger Jahren das Dorfschützersystem des türkischen Staates als Kampfmethode im Krieg gegen die kurdische Freiheitsbewegung eingeführt wurde und Repressalien seitens fanatischer Moslems immer mehr zunahmen, setzte ein Exodus unter den Eziden Richtung Europa ein. Da die Kiuachis wie alle anderen Eziden nicht bereit waren für den Staat der sie seit hunderten von Jahren leugnet und als sogenannte „Anbeter des Bösen" abstempelt und verfolgt nicht in den Krieg zuziehen und schon gar nicht gegen die eigene Brüder, beschlossen sie ihre Heimat zu verlassen. Die vom türkischen Staat geduldeten ja sogar besonders in Kurdistan geförderten fanatischen Islamisten trugen im erheblichen Maße zu der Flucht der Eziden aus der Heimat bei. Mitte der achtziger Jahre begann die zweite Fluchtwelle der Kiuachis nach Deutschland. Die letzten Kiuachis haben 1993 Kiuach verlassen müssen und leben seit dem in Deutschland.


Des Weiteren leben noch mehrere Familien in Südwest-Kurdistan ( Syrien ), welche aber auch schon damit begonnen haben Kurdistan zu verlassen und nach Europa besonders in die Bundesrepublik Deutschland zu fliehen. Heute im Jahre 2002 leben bereits nur noch Eindrittel von der ursprünglichen Anzahl der Kiuachis in Südwest-Kurdistan.Die Familien, die in Südwest-Kurdistan leben bzw. bisher dort gelebt haben, sind gegen 1926 zusammen mit dem Heverkan - Führer Haco nach Syrien geflohen, welches zu der Zeit von den französischen Besatzungsmacht verwaltet wurde. Mit Unterstützung der Franzosen baute Haco zusammen mit seinen Anhängern darunter auch viele Eziden die Stadt Tirbe Spi. Später siedelten sich weitere Eziden dort an, unter ihnen weitere Familien aus Kiuach. Die Kiuachis, die in Syrien verblieben sind, leben heute noch ausschließlich in Tirbe Spi ( arab.: Kahtaniye ) und den umliegenden Dörfern wie Oteldje und Mala Abbas.

Außerdem leben heute noch einige Kiuachi- Familien in Süd- Kurdistan ( Irak ). Diese leben seit rund 100 Jahren in der Region von Ciya Schengal (arab.: Ain Sifni). Auch diese sind vor dem Völkermord an den Eziden gegen Ende des 18. Jahrhundert und am Anfang des 19.Jahrhundert von Kiuach aus nach Schengal / Sinjar geflohen, und haben dort Schutz bei ihren Glaubensbrüder gesucht.

Der Ursprung der Kiuachis soll in Colamerg(Hakkari), in Nordwest-Kurdistan basieren. Nach Überlieferung unserer Ältesten, sollen die Kiuachis von Hakkari in die Region von Serhed (NW-Kurdistan), umgesiedelt sein. Der Grund für das Verlassen ihrer Heimat könnte höchstwahrscheinlich mit den Übergriffen des Islams auf die sogenannten ungläubigen Eziden zu tun gehabt haben. In der Region Serhed sollen die Kiuachis mehrere Jahre gelebt haben. Aufgrund eines Konflikts mit dem Agha (Großgrundbesitzer, Stammesführer) der Region sind sie aber auch von dort weitergezogen. Der Konflikt zwischen den Kiuachis und der dort abgestammten Bevölkerung soll durch einen Sohn des Aghas geschürt worden sein. Der Sohn des Aghas soll eine junge Frau der Kiuachis, welche einem anderen Kiuachi versprochen war, gewaltsam entführt haben. Daraufhin kam es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen dem Verlobten und dem Sohn des Aghas. Unter den Augen beider Parteien kam es zum Kampf zwischen beiden Männer, wobei der Sohn des Aghas unterlag und von dem Kiuachi getötet wurde. Aufgrund dieses Ereignisses sollen sich die Führer der Kiuachis und der Agha in friedlichem Einvernehmen darauf geeinigt haben, daß die Kiuachis von dort wegziehen, um weitere Eskalationen zu vermeiden.


Die Kiuachis aus Serhed sollen aus einigen wenigen Familien bestanden haben. Es sollen drei Oberfamilien mit demselben Ursprung, d.h. aus einer Sippe gewesen sein, bzw. Sie sollen alle einen Vorvater gehabt haben. Bei den drei Oberfamilien handelt es sich um die SCHEROKI, SIMOKI und den MUSA`s. Die Kiuachis sind also dem Konflikt aus dem Weg gegangen und haben auch diese Heimat verlassen. Unterwegs soll ein Mitglied dieser Familien verschollen sein. Die Kiuachis zogen also weiter, bis sie über mehrere Monate und Jahre sich letztendlich im heutigen Kiuach angesiedelt haben. Die Karawane der Kiuachis hat sich unterwegs unbeabsichtigt geteilt und von einander getrennt. Die Familien der Musas verirrten sich in den Bergen von Botan und siedelten sich vorübergehend in dem Ort Kerreschan an. Sie ließen sich in der Region um Finika Batane nieder. Hier gaben sie sich als Musikanten zu erkennen um nicht als Eziden enttarnt zu werden. Die Musas zogen von dort weiter zu den Hügeln von Haci Kesane, in die Höhlen Eli-Schewkan. Hier spürten sie die Fährte ihrer Verwandten auf, entledigten sich ihrer Instrumenten und zogen weiter zu den Angehörigen nach Kiuach.

Die Familien der Scherokis zogen über die Berge Mavas, oberhalb von Kerboran,über die Täler der Omeriyan in die Region um Hezech (türk.: Idil ). In den Orten Kcharabe -Scheref (Xarabe-Seref) und Scheich -Hasan siedelten sie sich vorerst an. Einige Familien der Scherokis traten in ihrer Not, in diesen Orten mehr oder weniger freiwillig zum Islam über. Die übrigen Scherokis zogen, nachdem sie den Verbleib ihrer anderen Verwandten erfahren hatten, nach Kiuach weiter.

Nachdem nun unsere Kiuachis sich wiedergefunden hatten und sich nun in der neuen Heimat niederließen, machte sich allmählich der Einfluß islamischer Aghas und Stammesführer unter ihnen bemerkbar. Diese provozierten Zwist und Fehden unter die Kiuachis um sie von sich abhängig zu machen, d.h. der eine oder andere würde bei Streitigkeiten und Konflikten den Rat oder den Schutz „seines" Aghas oder Stammesführer suchen, welcher nun seinerseits „großzügig" vermitteln würde. Nachdem die Aghas und Stammesführer der Heverkan mit ihrer Politik der Inszenierung von Konflikten unter den Kiuachis fortfuhren, löste sich ihre Einheit auf und zersplitterte auf sieben Oberfamilien. In der Zeit der Führer der Kiuachis Hesen`e Hacik bis zu Cengir`e Cahwar konnte noch die Einheit bewahrt werden. Vor dem Tod des Cengir`e Cahwar beauftragte dieser noch mit Einvernehmen aller Kiuachis die Verantwortung der Führerschaft auf seinen Neffen (Sohn seiner Schwester) Hesen`e Segvan. Nach dem Tod des Hesen`e Segvan wurde Khalaf`e Meso mit der Führerschaft beauftragt. Ab dieser Zeit begangen die Aghas der Mala Osmen ( Serhan II ) erst recht mit der Aufstachelung der Kiuachis gegeneinander. Mit List bewegte Serhan II. den Kiuachi Cindo sich gegen Khalaf`e Meso aufzulehnen und seine Führerschaft nicht anzuerkennen. Die Kiuachis waren ab nun in zwei Lager aufgeteilt. Doch das reichte den Feinden der Eziden bzw. der Kiuachis nicht. Das Osmanische Reich ließ über seine Aghas Khalaf´e Meso, Cindo, Hesen`e Dendel und Hemedi`e Cahwar, die Familienoberhäupter der Kiuachis, festnehmen und steckte diese in das Gefängnis von Mardin. Mit ihren Handlangern, den islamischen Stammesführer und Aghas versuchte das osmanische Reich die unabhängigen und stolzen Eziden zu unterwerfen. Von den vier Kiuachis konnten sich drei freikaufen. Der Preis den diese an die Beamten des türkisch - osmanischen Reichen bezahlen mussten, war entweder die Schwester oder die Tochter.

Cindo, Khalaf`e Meso und Hesen`e Dendel gaben jeweils eine Tochter als Preis für ihre Freiheit her. Hemedi`e Cahwar gab weder eine Tochter noch eine Schwester her, und wurde deshalb nicht freigelassen. Bis Heute weiß kein Kiuachi, was mit ihm geschehen ist. Die Beamten des Osmanischen Staates bestanden zumeist aus korrupten und verräterischen kurdischen und arabischen Aghas- und Stammesführer- Familien. Die Bewohner Kurdistans sollten durch solch eine Politik zu einer gespaltenen und vertrauenslosen Gesellschaft gemacht werden. Später als die drei Kiuachis aus dem türkischen Gefängnis entlassen wurden, gingen die Provokationen der islamischen Aghas und Stammesführer weiter. Der Stolz und die Unabhängigkeit der Eziden war dem islamisch, türkischen Reich und den von ihm abhängigen islamisch, kurdischen Stammesführern eine Gefahr bei der Beherrschung der Menschen und des Landes Kurdistans gewesen. Khalaf`e Meso als Stammesoberhaupt und Repräsentant vieler Eziden in seiner Region war dem Aghas der Mala Osmen ein Dorn im Auge gewesen, welcher man sich entledigen müßte. Er und fast seine komplette Sippe wurden ausgelöscht. Nach ihm wurde auch sein Rivale Cindo von den Aghas der Mala Osmen umgebracht, um die Kiuachis nun völlig kopflos zumachen, und nun die übriggebliebenen Scherokis auf ihre Seite und unter ihrem „Schutz" zu stellen.

Nach der Ermordung beider wichtigen Persönlichkeiten der Kiuachis, übernahm Hiseyn`e Hesen`e Dendel die Führerschaft in Kiuach. Doch auch ihn ließen die moslemischen Stammesführer umbringen. Nach der Ermordung Hiseyn`e Hesen`e Dendel teilten sich die Kiuachis auf in sieben Oberfamilien, welche mehr oder weniger in Zwist miteinander lagen.

Auch heute noch betreiben die Aghas ihre verräterische Politik, die Politik des Misstrauens der Bevölkerung Kurdistans untereinander, weiter. Heute wo das Osmanische Reich bzw. der türkische Staat und die moslemischen Aghas und Stammesführer es mit Völkermord, Deportation und Vertreibung geschafft haben, dass der türkische Teil Kurdistans fast völlig verlassen wurde von den Eziden, gibt es ein sogenanntes Dorfschützersystem, mit den Nachfahren der kriminellen und verräterischen Aghas an ihrer Spitze, welches das Volk Kurdistans weiter unterjocht.

Das Dorf Kiuach ist heute von seinen stolzen Eziden verlassen. Kiuach wurde zu einer Kriegsbeute für die moslemischen Aghas und kriminellen Dorfschützer. Der einst ezidische Ort Kiuach ist heute von moslemischen Dorfschützer besiedelt. In dem Ort ist eine Moschee und ein islamischer Friedhof gebaut worden. Auf dem alten Friedhof der Eziden weidet jetzt das Vieh der „Islamis". Kiuach ist von den Moslems kurzerhand in

„ Islam- Köyü „ umbenannt worden. Der heilige Naturpark MERAW ist auf Geheiß des Agha Schekhmus Celebi von der Mala Osmen zerstört worden. Die heiligen Bäume Meraw`s, welche mehrere hundert Jahre alt waren, wurden als Brennholz verkauft.

Die Besatzer Kiuachs haben für sich Obst- und Gemüsefelder und Weinstöcke angebaut und beabsichtigen sich wohl für längere Zeit dort anzusiedeln. Die „Islamis" sollen jedoch wissen, das die Kiuachis in einer Zeit des Krieges und der Not ihre Heimat verlassen haben, aber ihre Wurzeln weiterhin in Kiuach sehen und eines Tages wieder zurückkehren werden.

Dieser Text wurde von dem Kiuachi ömer Sahin mit Unterstützung von seinem Angehörigen, dem Kiuachi Khalaf`e Hasse zusammengetragen.

 

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